Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wie komme ich aus einer existenziellen Krise heraus

Michael Laitman, in Quora: „Wie komme ich aus einer existenziellen Krise heraus?“

Zunächst muss man verstehen, dass existenzielle Krisen Fragen darüber aufwerfen, worum es in unserem Leben letztendlich geht. Wenn es solche Ereignisse nicht gäbe, würden wir einfach mit dem Lebensstrom dahinfließen und  jeden unserer Tage in dem Moment beenden, indem er begonnen hat.

Deshalb tauchen existenzielle Fragen nach dem Lebenssinn und -zweck, wer wir sind, wohin wir gehen und von wem oder wovon wir wirklich abhängen auf, um uns aus unserem Alltag zu erwecken.

Wie komplex unser Leben heute geworden ist, halten wir meist für selbstverständlich. Einerseits verrichten wir unser tägliches Business, um zu überleben und das Leben so gut wie möglich zu genießen, andererseits stecken wir aber inmitten einer Überflutung von Informationen und Belastungen, die wir noch nie zuvor erlebt haben. Unsere Beziehungen werden auf der ganzen Welt zusehends engmaschiger und, da wir solche Verbindungen erst noch als positiv realisieren müssen, erleben wir diese spannungsgeladene Realität als eine Realität zunehmender Leiden und Qualen.

Viele von uns versuchen daher andere Sinnhaftigkeiten und Zielsetzungen für das Leben ausfinding zu machen, als jene, mit denen wir aufgewachsen sind. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Menschheit eine neue Form der Entwicklung ihrer körperlichen Verlangen durchläuft, von jenen, wo wir lebten, um  uns durch Nahrung, Sex, Familie, Geld, Ehre, Macht und Wissen zu füllen, hin zum Erwachen des spirituellen Verlangens, das den Sinn des Lebens sucht.

Die meisten Menschen, die auf solche existenziellen Fragen stoßen, wollen immer noch ein neues Ziel oder eine neue Identität im Bereich der Körperlichkeit ausfindig machen indem sie z.B. ihren Beruf, ihre Freunde, ihren Wohnort oder alles, worin sie den größten Teil ihrer Zeit und Energie investieren, wechseln. Bei dieser Suche geht es immer noch nicht um den ewigen und endgültigen Sinn des Lebens, für den die Weisheit der Kabbala eine Antwort und Methode bietet. Sie zeigt jedoch eine Beschleunigung der menschlichen Entwicklung vom Körperlichen zur Spiritualität.

In der Weisheit der Kabbala bedeutet „Existenz“, dass wir uns in jedem Moment unseres Lebens fragen, wofür wir leben. Auf diese Weise können wir die Richtung unseres Lebens bis zu seinem endgültigen Zweck ständig schärfen und so eine optimalere Verwirklichung unser selbst und unseres Lebens erreichen.

Deshalb verbreiten wir die Kabbala an alle, die solche Fragen haben. Die Türe steht für Menschen jeglichen Hintergrunds, jeder Kultur, jeden Alters und Geschlechts immer offen, damit jeder von der Weisheit das nehmen kann, was er braucht.

Wenn man nach Antworten über den Sinn und Zweck des Lebens sucht, bietet die Kabbala eine Methode, den wahren Lebenssinn und -zweck zu entdecken, indem sie uns zur Erkenntnis der ewigen und vollkommenen Realität geleitet, noch während wir in dieser Welt leben.

Wenn Menschen auf der Suche nach einer Veränderung und Verbesserung des Lebens sind, noch nicht auf der Stufe der Erschließung der ewigen Vollkommenheit, dann können diese auch gerne unsere Materialien lesen oder sich unseren Kursen und Kanälen anschließen und sehen, wie die Weisheit, die das vollständige Bild der Wirklichkeit beschreibt, uns helfen kann, unser Leben mit mehr Bewusstsein, Verständnis und Ausgeglichenheit zu führen.

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Sinn des Lebens Teil 2

Warum leiden wir? 

Selbst wenn wir uns auf die Suche nach einer Antwort, der berühmten Frage, die von allen Menschen gestellt wird, begeben: „Worin besteht der Sinn unseres Lebens?“…, kommen uns diese Jahre unseres Lebens, bis wir die Frage beantworten können, teuer zu stehen. Wir erfahren dabei zahlreiche Leiden und Qualen. Wer kann das genießen? (Baal HaSulam, „Einführung zu Talmud Esser HaSefirot“)

Frage: Besteht der Sinn des Lebens darin, den Schöpfer zu erkennen? Warum leiden wir in dieser Welt unter vielen Qualen?

Antwort: Wir wollen den Schöpfer nicht offenbaren. Wir sträuben uns mit Händen und Füßen dagegen, uns Ihm anzunähern, denn diese Annäherung ist mit großem Leid verbunden.

Der Schöpfer ist die Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Wir sind die egoistische Eigenschaft des Empfangens, die Eigenschaft des Hasses, der Abweisung gegenüber anderen.

Aus diesem Grund fühlen wir uns, wenn wir uns nach und nach den Eigenschaften des Schöpfers annähern, denen des Gebens, der Liebe, der Anteilnahme usw., sehr schlecht. Wir laufen sofort instinktiv davor davon.

Bemerkung: Ich habe im Gegenteil das Gefühl das der Mensch unter einem Mangel an Empfangen leidet. Er leidet nicht darunter, dass er kein Geber wie der Schöpfer ist.

Antwort: Ich spreche nicht von den Menschen, die in unserer Welt instinktiv handeln, sondern von denen, die gehört haben was die Kabbala sagt und wie wir zu einem Zustand kommen können, in dem wir uns über den Egoismus, der uns ständig erniedrigt und einschränkt, erheben können.

Frage: Der Mensch ist der Wunsch zu Empfangen. Der Schöpfer verursacht im Mensch Leiden, in dem Er ihn nicht empfangen lässt. Daraus entsteht ein Mangel, aus dem heraus der Mensch mit der Suche nach dem Sinn des Lebens und nach dem Schöpfer beginnt. Kann ein Mensch über den Sinn des Lebens nachdenken, wenn es ihm gut geht, wenn er erfüllt ist und genießt?

Antwort: Nein, das kann er nicht.

Frage: In einem Ihrer Interviews wurden Sie Folgendes gefragt: „Stimmt es, dass die Kabbala nur etwas für Verlierer ist?“ Brauchen demnach normale Menschen, die sich gefunden und eine Beschäftigung haben, keine Kabbala?

Antwort: Sie können nichts tun. Sie kaufen sich ein schönes Leben. Ein Mensch der leidet spürt, dass Leiden nicht bedeutet, nichts zu essen zu haben oder von allen Seiten bedrängt zu werden. Es geht darum, dass er wissen will, wofür er lebt. Wir sprechen über das Leiden auf der Stufe des „Menschen“, nicht auf der Stufe des Tieres in uns.

Frage: Kommt ein Mensch, der auf der körperlichen Ebene leidet, zum Studium der Kabbala?

Antwort: Das tut er nicht, auch nicht wenn er einen Mangel an seinen Lebensgrundlagen hat. Nur dann, wenn er keinen Sinn im Leben sieht! Er hat alles außer dem Sinn! Selbst in unserer Generation, in der die Menschen viel besser als vor 100 oder 1000 Jahren leben, fühlen sie sich unglücklich.

Fortsetzung folgt…

Aus den TV-Programm „Grundlagen der Kabbala“, 14.01.2019

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Sinn des Lebens Teil 1

Das Ziel des Lebens nach dem höheren Gedanken

 Frage: In der gesamten Menschengeschichte suchten Menschen nach dem Sinn des Lebens.

Im antiken Griechenland und im alten Rom glaubte man, dass das Ziel aller menschlichen Handlungen die Suche nach dem Glück ist. Jeder verstand dabei das Glück auf seine Weise.

Die Zyniker begnügten sich mit wenig- sie vermieden das Böse.

Die Lebensideale der Stoiker waren Gleichmut und Ruhe gegenüber äußeren und inneren Reizen. Dasselbe galt für die meisten östlichen Methoden.

Im mittelalterlichen Europa und in Indien wurde die Vorstellung vom Sinn des Lebens mit Ahnenkult und dem Festhalten an religiöse Ideale verbunden. Wenn wir spätere Glaubensansätze und Theorien nehmen, ist es klar, dass der Sinn des Lebens die Erkenntnis Gottes ist. Jeder verstand natürlich auf seine Weise, was Gott ist. Das gerechte Leben, die Einhaltung der Gebote, die Liebe zu Gott waren für sie die Grundlagen der Existenz.

Nach den Lehren Buddhas ist der Sinn und das höchste Ziel des Lebens, das Leiden zu beenden. Die Abwesenheit von Leid ist im Prinzip der Genuss. Das Leiden zu beenden bedeutet, dass man aufhört, seinen Egoismus, seinen Wunsch zu empfangen, zu benutzen.

Nach Konfuzius war das Hauptziel der menschlichen Existenz die Schaffung einer idealen Gesellschaft, in der der Mensch ein „Rädchen“ ist und sich auf diese Weise in Harmonie befindet.

Nach einer Umfrage unter den modernen Menschen glauben 26%, dass diese Welt keinen Sinn hat, 32% – dass der Sinn des Lebens in der Liebe liegt, 22% – darin, die Welt zu kennen und das Wissen an andere weiterzugeben, 8% – die Fülle der Kommunikation mit Gott zu erlangen.

Was ist der Sinn des Lebens aus der Sicht der Kabbala?

Antwort: Es gibt das Ziel der Schöpfung, das von Anfang an in der Erschaffung des Menschen und der Welt, in der er erschaffen wurde, liegt. Es besteht darin, dass wir durch unsere Entwicklung in dieser Welt, in der Umgebung, in der wir uns inmitten der unbelebten, pflanzlichen, tierischen Natur und dem menschlichen Umfeld befinden, den Schöpfer enthüllen können, der alles lenkt.

Der Sinn der Existenz liegt in der Wahrnehmung des Schöpfers während unseres materiellen Lebens.

Frage: Wie unterscheidet sich das von anderen Methoden, bei denen auch die Erkenntnis des Schöpfers, die Liebe zu Ihm, die Befolgung Seiner Gebote gepredigt wird?

Antwort: In der Kabbala meinen wir eine absolut klare Offenbarung des Schöpfers in allem was uns umgibt. Wir erfassen Ihn genauso, wie wir jeden anderen, universellen Teil der Natur erfassen.

Frage: Wo kommt das her? Werde ich Ihn sehen, fühlen und hören können?

Antwort: Es wird in allem erfasst, was in mir und um mich herum geschieht: Ich beginne, die höhere lenkende Kraft, die sich in allen Handlungen, in allen Eigenschaften, in allen Ereignissen befindet, zu offenbaren. Die Offenbarung der höheren Kraft gibt mir die Auffassung davon, dass ich mich in einer völlig neuen Welt befinde – der Welt, in welcher der Verwalter dieser Welt existiert.

Diese höchste Lenkungskraft offenbart sich in absolut allen Eigenschaften, Veränderungen, in der Natur, in mir, in meinem Verstand und meinen Gefühlen, in allem, was mit jedem Menschen in dieser Welt geschieht.

Darüber hinaus offenbart sie sich dadurch und enthüllt ihr Ziel:  Wie man die Verbindung unzähliger Lebewesen auf verschiedenen Stufen – unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich – zu absoluter Harmonie, zur Verbindung untereinander und zur kompletten integralen Interaktion führt.

Diese Wahrnehmung einer einzigen Kraft, eines einzigen Zieles, eines einzigen Planes, wenn alle Handlungen praktisch zu einem Ganzen zusammengefasst werden und alles auf einen einzigen Zustand hinausläuft, den wir alle durch diesen erhabenen Plan erreichen müssen, wird dies als „Schöpfer“ bezeichnet.

Wir kommen in den Zustand, in dem wir klar sehen, fühlen und wahrnehmen, dass es nichts anderes als den Schöpfer gibt. Es gibt nur diese Kraft, die uns absichtlich erschaffen hat, um uns ihre Einheit, ihre Größe, ihre Kraft, ihre Universalität zu zeigen.

Fortsetzung folgt…

Aus dem TV-Programm „Grundlagen der Kabbala“, 14.01.2019

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Familie und Ehe, Teil 9

Wer trägt in der Familie die Verantwortung?

Frage: Wer sollte in der Familie die Verantwortung übernehmen?

Antwort: Die Mitte zwischen Mann und Frau sollte der Verantwortliche sein, derjenige, der sich an den Schöpfer gewandt hat. Mann und Frau und der Schöpfer ist zwischen ihnen, und Er trägt die Verantwortung.

Frage: Und wer sollte die Verantwortung übernehmen bevor er sich offenbart?

Antwort: Wie können Sie entscheiden, wer die Verantwortung trägt? Warum sollte es überhaupt einen Verantwortlichen geben? Der Fokus sollte auf Verbindung, Kooperation, Vereinigung und gegenseitige Einbeziehung gelegt werden.

Wir müssen einen Zustand erreichen, in dem wir alles ohne Worte verstehen, uns gegenseitig unterstützen und geistig kommunizieren. Wir brauchen überhaupt nicht reden, da die Frau ihrem Mann normalerweise Vorwürfe macht: „Du redest nie mit mir.“ Der Mann ist es gewohnt, etwas mehr zu schweigen, und die Frau spricht im Allgemeinen mehr.

Aber in Wahrheit ist es die beste Voraussetzung wenn sie überhaupt keine Kommunikation benötigen auch nicht durch Berührung. Sie nehmen sich beide als einen Organismus wahr.

Und so fühle ich meinen Partner, meine Kinder und meine Familie. Deshalb heißt es: „Die Frau eines Mannes, wie sein Körper.“ Es ist möglich sich auf diese Weise gegenseitig zu spüren.

Frage: Um den Schöpfer wirklich zu offenbaren, muss man also einen Fremden als eine Person fühlen, die einem am nächsten ist?

Antwort: Ja. Denn es ist unmöglich nur mit Hilfe der Familie, eine Verbindung mit dem Schöpfer zu erreichen.

Frage: Es ist also möglich, aber diese Verbindung wird nur gering sein?

Antwort: Ich kann es mir nicht einmal vorstellen. Es ist sehr schwierig. Ein Mensch braucht einen gesunden Egoismus, der ihn „aus sich selbst heraus führt“.

Er braucht denselben inneren Egoismus, wenn er sich seine Familie oder einige andere Menschen als ihm nahestehend vorstellt, so dass es einen Unterschied zwischen den einen und den anderen, äußeren und inneren, geben wird.

Und dann kann er sich orientieren, in sich selbst alle möglichen Formen der Kommunikation mit anderen aufbauen und so vorankommen.

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Aus KabTV „Grundlagen der Kabbala“, 1.1.19

Familie und Ehe, Teil 8

Sich jedem nahe fühlen

Frage: Ist es möglich, dass wir die Familie nur dafür benötigen, um das richtige Geben zu lernen? Es ist zwar immer noch egoistisches Geben, aber zumindest kann ich mir die richtige Handlungsweise vorstellen.

Antwort: Ja, so etwas ist möglich. Immerhin demonstriert die Familie die Tatsache, wenn sich ein Mensch anderen so nahe fühlt, dass ich bereit bin ihn wie mich selbst zu betrachten.

Das ganze Problem ist es also sich jedem nahe zu fühlen. Das ist die Methode der Kabbala. Das höhere Licht erschafft eine solche Fähigkeit in uns.

Bemerkung: Sie sagten, dass es fünf Arten von Wünschen in uns gibt. Es stellt sich also heraus, dass ich einen Teil meiner Wünsche außerhalb von mir wahrnehme und sie als fremde empfinde. Einen anderen Teil meiner Wünsche sehe ich als meine eigenen und sorge mich daher um ihre Erfüllung.

Mein Kommentar: Die ganze Welt, alles was ich sehen kann, sind meine Wünsche. Ich sehe mich selbst in mir.

Frage: Aber ich sehe einen Teil außerhalb und einen Teil innerhalb von mir?

Antwort: Ja. Nur die Wünsche, die außerhalb von mir sind, sind wie fremde, aber sie sind für mich die Wichtigsten.

Frage: Wo befindet sich hier die Familie?

Antwort: Die Familie befindet sich in der Mitte, an der Grenze zwischen dem „Ich“ und der Außenwelt. Sie ist ein Übergangsglied vom Verständnis der Außenwelt als das eigene Selbst.

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Aus KabTV „Grundlagen der Kabbala“, 1.1.19

Familie und Ehe, Teil 7

Begib dich über dein Ego hinaus

Frage: Sie sagten, dass man seine erste Liebe instinktiv mit 12 Jahren oder sogar noch früher erfährt. In weiterer Folge empfindet man zum ersten Mal Liebe für seine Kinder. Und all dies, nur um an sich selbst zu spüren, wie man sich seinen Mitmenschen  und der gesamten Menschheit gegenüber korrekt verhält?

Antwort: Ja. Und dann gegenüber dem Schöpfer.

Frage: Sind diese Beziehungen ähnlich?

Antwort: Sie offenbaren sich jedesmal auf einer anderen Stufe.

Wenn man über kindliche Liebe oder Liebe zu seinen Kindern, der Familie spricht, ist damit jene Liebe gemeint, die in jedem als Keim vorhanden ist und die jeder entwickeln muss.

Wenn man jedoch über Liebe zu etwas Fremden spricht, übersteigt dies die Grenze unseres Egoismus, der sich auf einen bestimmten Blickwinkel beschränkt: ”Dieses und jenes gehört mir.” Alles, was mir gehört, liebe, ziehe ich an und schätze es. Alles was außerhalb meines Egos liegt hat hingegen keinen Wert. Ich brauche es sogar möglicherweise gar nicht und will nichts damit zu tun haben. 

Genau hier ist es also notwendig, an sich selbst zu arbeiten, erkennen, was jenseits des eigenen Egos liegt. Und Außerhalb davon befindet sich praktisch der Schöpfer. Wenn man also beginnt sich auf das zu beziehen, was jenseits des Egos liegt – bezieht man sich bereits auf den Schöpfer.

Frage: Heißt das also, dass jemand, der ein großes Ego besitzt  in seiner Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass er sogar seine Familie nicht als sein Eigen nennt?

Antwort: Ja. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass man nicht über das eigene Ich hinausgehen kann. Möglicherweise bringt einem das Erkennen des Bösen in seiner Erkenntnis voran.

Unsere Weiterentwicklung basiert auf Kontraktion und Expansion: einatmen – ausatmen, ausatmen – einatmen. Deshalb kann es jemanden, der ein großes Ego besitzt und für niemand, außer für sich selbst empfindet zu tieferer Erkenntnis des Schöpfers führen, auch wenn er es vielleicht nicht wahrnimmt.

Selbst die größten Kabbalisten waren, vor  Erlangung ihrer Korrektur, sehr große Egoisten. 

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Aus der Fernsehsendung „Die Grundlagen der Kabbala“, 01.01.2019

Jeder von uns kann die Welt mit seinen Gedanken verändern

Frage: Sie sagen, wenn wir nicht die Korrektur erreichen, wird es eine Hungersnot geben. Auf globaler Ebene ist das offensichtlich. Was aber kann ein normaler Mensch tun? Was kann er in die Praxis umsetzen, wenn er keine besonderen Gelegenheiten hat, die Welt zu beeinflussen?

Antwort: Am allermeisten beeinflusst er die Welt mit seinen Gedanken, denn „alles klärt sich im Gedanken“. Unsere Verbindung geschieht nicht durch die Elektrokabel des Internet, den Schallwellen unserer Stimmen, den Bildern auf dem Computer Bildschirm oder gar dem direkten Kontakt miteinander. Die gesamte Verbindung zwischen uns findet in unseren Verlangen statt.

Der Schöpfer erschuf nichts außer dem Verlangen. Wir nehmen unterschiedliche Entwicklungsstufen des Verlangens als Materie dieser Welt wahr – die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufe in Form von Gasen, Flüssigkeiten, festen Körper und Plasma. Doch all dies befindet sich nur in unserer Vorstellung. Wir stellen uns vor, dass wir in Zeit, Bewegung und Raum existieren.

Diese Dinge sind jedoch nicht real – es ist nur die Art, wie sich die Realität in unseren unkorrigierten Eigenschaften darstellt. Außerhalb des sichtbaren Bildes der Realität ist die treibende Kraft das Verlangen. Daher existiert jeder Mensch, egal wie entfernt er von anderen ist, in diesem System und beeinflusst jeden darin durch sein Verlangen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die Wirklichkeit, die wir spüren, ist wie ein Traum
 

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Des Menschen optimistische Natur hilft ihm, die vollständige Entwicklung zu erlangen

In den Nachrichten (übersetzt aus Science Daily): „Die Menschen sind von Natur aus allgemein optimistisch, wie eine Studie zeigt“ Trotz der Miseren von wirtschaftlichen Rezessionen, Kriegen und Hungersnöten, bis zur Grippeepidemie, welche die Erde heimsuchen, sind die Menschen von Natur aus optimistisch, wie eine neue Studie der Universität von Kansas und eine Gallup-Umfrage zeigen…

 Achtundneunzig Prozent der Menschen weltweit erwarten, dass die nächsten fünf Jahre gleich gut oder besser werden, als ihr jetziges Leben, und 95 Prozent der Menschen erwarten, dass ihr Leben in fünf Jahren gleich gut oder noch besser sein wird, als es ihr Leben vor fünf Jahren war…

In Bezug auf Länder ist der Optimismus in Irland, Brasilien, Dänemark und Neuseeland am größten und am geringsten in Simbabwe, Ägypten, Haiti und Bulgarien. Die USA belegen den 10. Platz auf der Liste der optimistischen Länder.

 Mein Kommentar: Wegen unserer egoistischen Natur sind wir ständig gezwungen, unsere Existenz zu rechtfertigen. Die Tendenz zum Optimismus ist notwendig, um uns dabei zu helfen, zu unserer vollständigen Entwicklung im Leben zu gelangen (nicht, um uns davon abzulenken) und dann den Kurs zu ändern. Daher wird sich alles nur verschlimmern, bis ein Mensch erkennt, dass alles sich verändern muss. Sogar bis zum letzten Augenblick wird er weiterhin denken, dass alles besser wird.

Verwandtes Material:
Blog-post: Der Aufschwung an der Börse – Nichts weiter als die Ruhe vor dem Sturm
Blog-post: Jeder von uns kann die Welt mit seinen Gedanken verändern
 
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Leben nach einem neuen Szenario, Teil 1

Die Natur hat dem Menschen die Fähigkeit gegeben, aus sich herauszugehen und sich in die Handlung eines Buches oder Kinofilms hinein zu versetzen. Die Sucht unserer Zeit sind die endlosen Fernsehstaffeln, das ist ein Filmmarathon, in welchen alle hineingezogen werden, sowohl die ältere als auch die jüngere Generation.

Der Traum eines jeden Menschen ist es, nach Hause zu kommen, sich in einen Sessel zu setzen, das Licht zu dimmen, den Fernseher einzuschalten und tief in die nächste Folge einzutauchen.

Die Firma Netflix, die es ermöglicht, Kinofilme mit jedem Gerät anzuschauen, das einen Bildschirm hat: TV, Telefon oder Computer, hat 140 Millionen Abonnenten! Menschen sitzen stundenlang vor dem Bildschirm und schauen sich eine Serie nach der anderen an.

Das versetzt den Menschen in eine andere Realität, er möchte sich vom Alltag lösen und in einen anderen Kinofilm einsteigen. Das heißt, er tauscht den Kinofilm, in dem das Leben ihn zur Hauptfigur zwingt, gegen einen anderen, wo man einfach ein Außenbeobachter sein kann, der ruhig in einem bequemen Sessel sitzt. Wenn man so das ganze Leben lang wie in einem Kinofilm leben könnte.

Irgendwann wird man auf einen Bildschirm verzichten, indem man einen Draht direkt an unseren Köpfen befestigt und uns das Kino des Lebens sendet. Man kann mich sogar zum Haupthelden machen, sodass ich mich in verschiedenen Zuständen erlebe. Wir befinden uns auch jetzt in einem Kinofilm, ohne uns dessen bewusst zu sein. Woher wissen wir, ob das ein Kinofilm ist oder nicht? In Wirklichkeit ist es uns egal: Die Hauptsache ist – wir fühlen uns wohl, oder wir leiden zumindest nicht.

Die Natur hat im Menschen die Fähigkeit entwickelt, aus seinem Leben herauszutreten und sich in die Handlung eines Kinofilms oder Buches, seine Charaktere einzufühlen, um ein Gefühl zu haben, im Kinofilm zu leben. Unser ganzes Leben wird uns wie ein Kino vorgeführt, das sich ändern lässt.

Wir können uns über den Menschen, der den Kinofilm schaut, auf die Ebene der Kräfte erheben, die ihn projizieren – hier können wir eingreifen und unseren Kinofilm, das heißt unser Leben verändern. Ich kann mich zur handelnden Person jedes beliebigen Kinofilms machen, indem ich alle Zustände ändere, einschließlich Leben und Tod.

Die Fähigkeit, die Kinofilme mit zu erleben, wird uns gegeben, damit ich für mich einen neuen Kinofilm gestalten kann, wo ich der Hauptregisseur sein werde. Denn wir bereuen bereits gelebte Kinofilme und würden gerne das vergangene Leben verändern, aber wir glauben, dass dies nicht möglich sei.  Nun, nein, das ist sehr wohl möglich! Ich kann meine Vergangenheit verändern: ich kann diesen Kinofilm stoppen, zum richtigen Zeitpunkt zurückspulen und von vorne anfangen, aber anders!

Ich werde wieder ein sorgloses kleines Kind sein, welches das Leben beginnt. Was möchte ich aber in meinem Leben verändern? Das ist die Frage. Es wird mir nicht erlaubt sein, etwas zu verändern, bis ich ein neues Drehbuch geschrieben habe, das richtiger ist als das alte. Dann werde ich es umsetzen können.

Nachdem ich den Film durchlaufen habe, werde ich anhand der gewonnenen Erfahrung erneut sehen, wie ich ihn verbessern könnte, und ich werde wieder von vorne beginnen, auf einer reiferen, ernsthafteren Ebene, ich versuche dann, mich selbst so zu realisieren, um am Ende des Kinofilmes vor dem Tod nichts zu bereuen. Dann werden wir erkennen, dass der Kinofilm nicht endet, und wie man es macht, damit er für immer weiterläuft.

Die Wissenschaft der Kabbala ermöglicht es jedem Menschen, die Fähigkeit zu entwickeln, sein eigenes Lebensszenario zu übertragen und alles unter Kontrolle zu halten. Wir lernen, unser Leben in der richtigen Form anzunehmen, damit wir keinen seiner Momente bereuen. Wir wollen es nicht zurückspulen, um es wieder zu reparieren.

Das zurückgelegte Leben wird richtig, freundlich, bedeutungsvoll sein, und ich werde keinen einzigen Moment bereuen. Und dann, nach all diesen Berechnungen werde ich feststellen, dass diese Handlungen nicht von mir waren, sondern dass es eine Kraft gibt, die mir den Kinofilm übermittelt. Alle Schwierigkeiten und Probleme, die ich durchmachen musste, sollten mich in einen perfekten Zustand bringen. Es war nicht möglich, das auf eine andere Weise zu tun! Also stimme ich zu, und genau hier endet der Kinofilm und das wirkliche Leben beginnt. 

Dann sehe ich, dass mein ganzes Leben davor nur ein Traum war, aus dem ich nun in ein neues Leben aufwache und einen neuen Tag beginne. Dieses Leben ist ewig und perfekt. Ich stehe in der richtigen Beziehung zu demjenigen, der mir diesen Kinofilm überträgt, und wir bauen meine weitere Entwicklung gemeinsam auf, indem wir einen neuen Kinofilm produzieren.

Ich werde zum Drehbuchautor, Kameramann und Regisseur – zum alleinigen Eigentümer des Kinofilms mit vielen tausend Teilnehmern, ich weiß und verstehe, wie alles funktioniert und wie es aufgebaut ist. Anstelle der höheren Kraft gestalte ich selbst mein Leben. Jedem Menschen ist sein eigenes Leben und seine eigene Welt mit allen Akteuren gegeben.

Fortsetzung folgt …

Aus dem 1167 Gespräch über das neue Leben, 22.11.2019

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Die Motive des Schöpfers verstehen.

Frage: Sie behaupten, der Weg des Lichts sei ein einfacherer Weg. Es stellt sich jedoch heraus, dass man obwohl man versucht den besten Weg zu gehen, kein gutes Ergebnis erzielt. Man versteht nicht, ob man sich im Abstieg befindet oder ob solche Schwierigkeiten normal sind.

Antwort: Wenn ihr euch bemüht, dann solltet ihr alles, was euch passiert, als Belohnung wahrnehmen.  Diese Art der Reaktion ermöglicht euren Fortschritt, obwohl es manchmal sehr unangenehm ist. Denkt also nicht, dass ihr als Antwort auf eure richtigen und guten Taten, sofort positive Dinge in eurem Leben entdecken werdet. Nein, so könnt ihr nicht aus eurem Egoismus herausrausgezogen werden.

Ihr müsst da rausgezogen werden. Selbst wenn ihr einen Schritt in Richtung der Spiritualität gemacht habt, bleibt ihr immer noch im Ego. Das bedeutet, dass ihr immer wieder angeschoben werden müsst. Anschieben kann man euch mit allen möglichen negativen Einflüssen.

Ihr sollt also nicht sagen: „Ich bemühe mich sehr mit meinen Freunden in der Gruppe, im Studium, in der Verbreitung, und was bringt das? Ich habe nichts.“ Ihr wisst nicht, dass das Ergebnis all eurer Bemühungen, letztendlich „knallen“ und den richtigen Effekt erzielen wird.  

Ihr könnt darüber in vielen Artikeln von Baal HaSulam, RABASH und allen Kabbalisten der Vergangenheit lesen.

Frage: Muss man daher Schläge als Streicheln wahrnehmen?

Antwort: Als Billigung. Es heißt: „Der Schöpfer bestraft diejenigen, die er liebt“. Ihr müsst es als Belohnung betrachten. So werdet ihr euch über den Egoismus erheben. Schließlich ist es für euch wichtig, da rauszukommen. Wie könnt ihr euch sonst darüber erheben?

Wenn ihr euren Egoismus zu hassen beginnt und versucht euch darüber zu erheben, erst dann werdet ihr alle Motive des Schöpfers verstehen.

 

Aus dem Unterricht, 14.07.2019

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